Neue Leitlinie für Insekten als Nahrungsmittel

Käfer am Teller

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Neue Leitlinie für Insekten als Nahrungsmittel

Heuschrecke, Käfer und Co. am Teller: Der Trend zu Insekten als Nahrungs- und Genussmittel für Menschen hat Österreich erreicht. Viele der Tiere gelten wegen ihres hohen Nährstoffgehaltes als gesund. Als Nahrungsmittel müssen sie als essbar gekennzeichnet sein und bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen. Das Gesundheitsministerium hat gemeinsam mit der Vetmeduni Wien neue Leitlinien dazu erlassen.

Proteinreich

Insekten sind in vielen Teilen der Welt aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts eine proteinreiche Nahrungsquelle und Delikatesse. Auf asiatischen Märkten werden an Ständen frittierte Heuschrecken, Zikaden oder Käfer als Snack angeboten. Nachdem man sich in Europa lange Zeit vor Insekten auf dem Speiseteller ekelte, liegen sie nun als Mahlzeit zunehmend im Trend.

Essbare Insekten werden in der EU als "Novel Food" eingestuft, da sie hier vor dem 15. Mai 1997 in keinem nennenswerten Umfang verzehrt wurden. Aufgrund einer Übergangsfrist müssen sie erst mit Beginn 2020 ein Zulassungsverfahren durchlaufen, um ihre Sicherheit zu belegen. "Damit war es nötig, für bis dahin bereits vertriebene, ganze essbare Insekten eine eindeutige Regelung zu erstellen", hieß es am Donnerstag aus dem Gesundheitsministerium.

Das Ressort hat mit dem Institut für Fleischhygiene und dem Messerli Forschungsinstitut der Vetmeduni Wien entsprechende Vorgaben erarbeitet. Insekten als Nahrungsmittel müssen demnach als solche erkennbar sein. Auf der Verpackung sollen Hinweise zu Art und Verarbeitung angeführt werden. Um die mikrobiologische und toxikologische Sicherheit zu gewährleisten, müssen sie auf Erreger wie Bakterien oder Viren und Giftstoffe getestet sein, erklärte Arbeitsgruppenleiter Friedrich Bauer vom Institut für Fleischhygiene. Eine Erweiterung der Leitlinie in Hinblick auf Fütterung und Haltung von Insekten ist angedacht.

Allergiegefahr

"Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das mögliche Allergiepotenzial von proteinreichen Insekten", sagte Isabella Pali-Schöll vom Messerli Forschungsinstitut. Es besteht der Expertin für Nahrungsmittelallergien zufolge ein hohes Risiko, dass Patienten mit Allergie gegen Krustentiere oder gegen Hausstaubmilben eine Kreuzreaktion gegen Insekten wie Mehlwürmer und Wanderheuschrecken erleiden können.

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